Verschiedenheit als Chance begreifen und gemeinsam Ziele setzen

Ein Schwerpunkt der PE-Gespräche ist, dass Vorgesetzte und Mitarbeitende ein oder mehrere Ziele gemeinsam vereinbaren. Damit Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die vereinbarten Ziele jedoch erreichen können, ist es meist notwendig, geeignete Personalentwicklungsmaßnahmen (PE-Maßnahmen) zu identifizieren und festzulegen.

Die nachfolgende Auswahl an PE-Maßnahmen soll Sie dabei unterstützen, für jeden einzelne Mitarbeiterin und jeden einzelnen Mitarbeiter eine zum Ziel führende Maßnahme zu finden. Diese PE-Maßnahmen sollen sich auf die Person und die vereinbarten Ziele / das vereinbarte Ziel beziehen.

Die unterschiedlichen PE-Maßnahmen berücksichtigen verschiedene Formen des Lernens. Das Spektrum reicht von individuellen über teambezogene bis zu Maßnahmen bezogen auf die ganze Organisation.

Es kann bei der Auswahl und Vereinbarung der PE-Maßnahmen darüber hinaus sinnvoll sein, sich zu überlegen, welche Fähigkeiten weiterentwickelt werden können. Werden unterschiedliche PE-Maßnahmen eingesetzt, kann dies ein Beitrag zur lernenden Organisation darstellen.

 
 

Individuelle PE-Maßnahmen

  • add Arbeitsplatzanreicherung

    Motivation durch Übernahme von weiteren Aufgaben und mehr Verantwortung

    Definition
    Unter Arbeitsplatzanreicherung wird die Erweiterung der zum Arbeitsplatz gehörenden Aufgaben verstanden. Einerseits kann durch die Übernahme von weiteren Aufgaben die tägliche Arbeit interessanter und vielseitiger gestaltet werden. Andererseits können durch die Übernahme von Aufgaben mit mehr Verantwortung Mitarbeitende beispielsweise auf künftige Leitungsverantwortung vorbereitet werden.

    Beispiel
    Die offiziell bestellte Vertreterin des Dekans übernimmt künftig die PE-Gespräche mit den Pfarrerinnen und Pfarrern des Kirchenbezirkes. Mit dieser Aufgabe ist auch die Verantwortung und Entscheidungsbefugnis für PE-Maßnahmen verbunden.

    Checkliste der Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität
  • add Coaching

    Durch Coaching werden Führungs- und Leitungsverantwortliche in Fragen zu konkreten aktuellen Führungssituationen unterstützt.

    Definition
    Im Coaching steht die Optimierung der persönlichen Leitungskompetenz im Mittelpunkt. Für ein gelingendes Coaching ist sowohl das Interesse der einzelnen Person, als auch das der Gesamteinrichtung an dieser PE-Maßnahme Voraussetzung. Die Unterstützung geschieht durch externe oder interne Coachs, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen und das Arbeitsfeld der/des zu Beratenden kennen. Notwendig ist, dass Ziele und Anliegen des Coachees im Vorfeld konkret beschrieben. Diese bilden die Grundlage des Coachingvertrages.

    Beispiel
    Eine Pfarrerin bewirbt sich auf ein Dekanatamt. Um sich auf die Bewerbungsgespräche gut vorzubereiten, nimmt sie die Begleitung durch Coaching in Anspruch. Sie möchte ihr öffentliches Auftreten und die Eigenpräsentation optimieren.

    Checkliste der Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphasen
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

    • Im Vorfeld sind die Kosten zu klären.
    • Die angestrebten Ziele, die im Rahmen des Coachings erreicht werden sollen, sind zu benennen. Dies kann gegebenenfalls eine Entscheidungshilfe für den Kostenträger darstellen.
  • add Fort- und Weiterbildung

    Fort- und Weiterbildung als eine Möglichkeit von Personalentwicklung

    Voraussetzung
    Einer Fort- oder Weiterbildung geht eine präzise Situationsanalyse und eine klare Zieldefinition voraus. Bei der Auswahl der Bildungsanbieter ist auf deren Fachkompetenzen zu achten.

    Beispiel

    Diakoniestation
    Eine Mitarbeiterin hat immer wieder Probleme im Umgang mit verwirrten Menschen. Sie nimmt an einer Fortbildung teil, um Hintergrundwissen zu erwerben und Methoden des Umgangs mit diesem Krankheitsbild zu erlernen.

    Die Pflegedienstleitung der Station plant in drei Jahren in den Ruhestand zu gehen. Eine ihrer Mitarbeiterinnen hat Interesse ihre Nachfolge anzutreten. Hierfür muss sie an einer mehrjährigen berufsbegleitende Fortbildung zur Pflegedienstleitung teilnehmen, mit der sie diese neue Aufgabe übernehmen kann.

    Kirchliche Verwaltungsstelle
    Die Verwaltungsstelle führt das neue Rechnungswesen des Projekts "Wirtschaftliches Handeln" ein. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen an einer Fortbildung teil, um auch weiterhin bei diesen neuen Anforderungen ihre Aufgaben wahrnehmen zu können.

    Eine Mitarbeiterin hat die Stelle einer Bürogehilfin übernommen. Im Laufe ihrer Tätigkeit zeigt sich dass sie begabt ist, Aufgaben der Verwaltung zu übernehmen. Sie nimmt an einer Fortbildung zur Verwaltungsfachfrau teil und kann danach in einem neuen Aufgabengebiet eingesetzt werden.

    Checkliste für Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

    • Anfragen hinsichtlich Dienstbefreiung und Finanzierung sind an die für Fort- und Weiterbildung Zuständigen vor Beginn der Maßnahme zu richten.
  • add Flexible Arbeitszeiten

    Gesellschaftliche Veränderungen bringen es mit sich, dass Dienstleistungen zu unterschiedlichen Zeiten angefordert werden.

    Definition
    Dienstgeber und Mitarbeitende sind zum Teil darauf angewiesen, dass die sich verändernden Belange in der Gestaltung der Arbeitszeit berücksichtigt werden können. Flexible Arbeitszeiten eröffnen die Möglichkeit dies an den Bedürfnissen der Leistungsempfänger und / oder an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden auszurichten.

    Checkliste für Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphasen
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie
    Bei der Einführung von flexiblen Arbeitszeiten sind zu den örtlichen Gegebenheiten und Erfordernissen folgende gesetzliche Bestimmungen zu beachten :

    • Kirchliche Anstellungsordnung (KAO)
    • Mitarbeitervertretungsgesetz (MVG)
    • Dienstordnung
    • Dienstvereinbarung
    • Kirchenbeamtengesetz und entsprechende Verordnungen
  • add Hospitation

    Mit einer Hospitation soll ein Einblick in ein angrenzendes, bekanntes oder neues Aufgabengebiet gewonnen werden.

    Definition
    Hospitation dient der Aneignung von Fachwissen, der Verbesserung und Reflexion der eigenen Arbeit und der Förderung des gegenseitigen Verständnisses und Respekts. Sie ist geeignet um andere Organisationen und Organisationsformen, Arbeitsstile und Arbeitsweisen kennenzulernen.

    Mitarbeitende, die hospitieren, halten sich in der Regel in einer anderen Organisation oder Abteilung auf. Hospitierende Mitarbeitende nehmen ganz oder teilweise am Berufsalltag ihrer Hospitationspartnerinnen und -partner teil. Wichtig ist, dass sie feste Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner haben, die ihnen Auskünfte und Hintergrundinformationen geben und die Integration der hospitierenden Kollegin bzw. des hospitierenden Kollegen gewährleisten können.

    Beispiel
    Der Bezirkskantor soll einen Kinder- und Jugendchor aufbauen. Bisher hat er lediglich Chorerfahrung mit Erwachsenen. Eine Kollegin ist auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendchorarbeit sehr erfahren und erfolgreich. Es werden Hospitationszeiten vereinbart in denen der Kantor an der praktischen Arbeit vor Ort teilnimmt und die Arbeit der Kollegin mit dem Kinder- und Jugendchor kennenlernt.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

    • Sind Versicherungsfragen vorab zu klären?
    • Muss eine Vertretung organsiert werden? Und wenn ja, wie kann die Vertretung geregelt werden?
  • add Mentoring

    Mitarbeitende, die neue Aufgaben übernehmen, werden von Vorgesetzen aus anderen Verantwortungsebenen unterstützt.

    Definition
    Eine neue Dekanin erhält zu Beginn ihrer neuen Aufgabe Unterstützung im Rahmen von Mentoring durch eine erfahrene Führungsverantwortliche.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

    • Mentoring ist auf dem Dienstweg zu beantragen, da es innerhalb der Dienstzeit stattfindet und Anspruch auf Fahrtkosten besteht.
    • Bei der Auswahl der Tandems soll auf räumliche Distanz, wegen der damit verbundenen zeitlichen Belastung, geachtet werden.
  • add Sonderaufträge | Vertretungen

    Sonderaufträge und Vertretungen ermöglichen Lernen in der praktischen Arbeit.

    Definition
    Durch die Bearbeitung von Sonderaufträgen und die Übernahme von Vertretungen werden zeitlich befristete neue Aufgaben übernommen. Dabei werden Gaben und Fähigkeiten entwickelt und in der Praxis erprobt. Eine Vertretung kann auf der gleichen Ebene übernommen werden. Häufig wird dies im Krankheitsfall oder während der Urlaubszeit praktiziert.

    Vertretungsaufgaben können sich aber auch auf die übergeordnete Ebene beziehen, beispielsweise die stellvertretende Geschäftsführung.

    Die damit verbundenen Befugnisse sind im Vorfeld zu klären. Für einen Arbeitszeitausgleich ist Sorge zu tragen bzw. es sollte im Vorfeld die Einbindung in die Regelarbeitszeit geprüft werden. Die Maßnahme endet mit einer Auswertung.

    Beispiel
    Es soll einen Bezirksjugendtag geben und der Bezirksjugendreferent erhält den Sonderauftrag für das kommende Jahr diese zusätzliche Großveranstaltung zu planen und durchzuführen. Da dies nicht zu seinen festgelegten Aufgaben gehört wird mit dem Dienstvorgesetzten geklärt wie der Arbeitszeitausgleich erfolgen soll.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

    • Der Zeitaufwand und der Zeitausgleich werden im Vorfeld benannt und geregelt.

Teambezogene PE-Maßnahmen

  • add Kollegiale Beratung

    Mitarbeitende und Vorgesetze unterstützen sich mit Ihrem Wissen gegenseitig.

    Definition
    Kollegiale Beratung nutzt die Problemlösungsfähigkeit einer Gruppe und überträgt individuelle Lernprozesse in Gruppenlernen. Probleme und Schwierigkeiten im täglichen Arbeitsablauf können mit dieser Maßnahme besprochen und dadurch überwunden werden. Ziel ist das professionelle Handeln aller Beteiligten zu optimieren.

    Beispiel
    Der Mesner der Gemeinde hat mit der Gestaltung und der Pflege des Blumenschmucks immer wieder Probleme. Beim nächsten Mesnertreffen bringt er seine Fragen und Anliegen ein und vereinbart mit einer Kollegin eine Beratung vor Ort.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

    • Ziel und Inhalt der Beratung werden zu Beginn gemeinsam geklärt.
    • Freistellung und Finanzierung, wie beispielweise der Fahrtkosten, werden im Vorfeld besprochen.

       

  • add Lern- und Problemlösungsgruppen

    Gemeinsam Fragen des eigenen Arbeitsalltags klären.

    Definition
    Lern- und Problemlösungsgruppen treffen sich in überschaubarer Gruppengröße, um im Auftrag des Arbeitgebers Fragen des eigenen Arbeitsalltages zu klären. Dabei werden eigene Kompetenzen eingesetzt, neue Ideen und Verbesserungsvorschläge erarbeitet, umgesetzt und durch die Gruppenmitglieder selbstorganisiert begleitet.

    Beispiel

    Von einander lernen, miteinander entwickeln
    In einem Kirchenbezirk sind mehrere Erzieherinnen unzufrieden mit der Elternarbeit. Auf Vorschlag der Fachberatung treffen sich Kolleginnen aus unterschiedlichen Einrichtungen um Verbesserungsmöglichkeiten für die Elternarbeit zu erarbeiten, zu erproben und schrittweise umzusetzen.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität
  • add Mitarbeit in Arbeitsgruppen

    Fach- und Methodenkenntnisse sowie Teamfähigkeit von Mitarbeitenden kann durch diese beteiligungsorientierte Form wachsen.

    Definition
    Durch die Berufung von Mitarbeitenden in eine Arbeitsgruppe wird deren vorhandene Kompetenz wertgeschätzt, erweitert und für die Organisation erschlossen. Dabei können Fach- und Methodenkenntnisse sowie Teamfähigkeit von Mitarbeitenden durch diese beteiligungsorientierte Form wachsen. Der gezielte Aufbau und die Vertiefung von Netzwerken werden durch die gemeinsame Arbeit an einer Aufgabe gefördert.

    In einer Arbeitsgruppe wird mit einem klar formulierten Arbeitsauftrag in regelmäßigen Sitzungen strukturiert und ergebnisorientiert gearbeitet. Zur Erweiterung der eigenen Perspektive können Arbeitsgruppen berufsgruppenübergreifend gebildet werden und aus haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zusammengesetzt sein.

    Beispiel
    Im Zuständigkeitsbereich einer Verwaltungsstelle wird eine "AG Teilzeit" eingerichtet mit dem Auftrag die Interessen von Dienstgebern und Dienstnehmern abzugleichen und Kriterien für die Teilzeitbeschäftigungen zu erarbeiten. Mitarbeitende mit umfassenden Erfahrungen zum Thema Teilzeitarbeit bringen diese in die AG mit ein. 

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität
  • add Projektgruppen

    Projektarbeit stellt einen zeitlich begrenzten Arbeitsauftrag dar.

    Definition
    Bei Projektarbeit orientiert sich die Zusammensetzung der Gruppen an den Erfordernissen der Aufgabe. Somit steht gebündeltes Fachwissen und Kreativität für die Aufgabe zur Verfügung.

    Die Zusammenarbeit in einem Projekt schafft für alle Beteiligten die Möglichkeit ihre soziale Kompetenzen einzubringen und zu stärken. Außerdem kann für einzelne Mitarbeitende die Übernahme der Projektleitung die Möglichkeit bieten, über einen definierten Zeitraum bewusst Führungsaufgaben zu übernehmen.

    Die Beteiligung aus unterschiedlichen Bereichen fördert die Mitverantwortung für das Projekt und die Akzeptanz des geplanten Vorhabens.

    Beispiel
    Es wird eine Projektgruppe unter der Leitung eines fachlich kompetenten Kirchengemeinderates zusammengerufen. Hauptamtliche und Ehrenamtliche aus dem ganzen Kirchenbezirk arbeiten gleichberechtigt in diesem Projekt zusammen. Der Projektauftrag und die Rahmenbedingungen wurden von der Bezirkssynode festgelegt. Die Gruppe berichtet die Einzelergebnisse an den Kirchenbezirksausschuss (KBA).

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

Organisationsbezogene PE-Maßnahmen

  • add Rotation

    Wissensvermittlung und Erfahrungserweiterung durch systematischen Arbeitsplatztausch.

    Definition
    Im Rahmen der Rotation wird Wissensvermittlung und Erfahrungserweiterung durch systematischen Arbeitsplatztausch gefördert. Dabei wird ein umfassender Einblick in Tätigkeiten, Aufgabenfelder und Abläufe ermöglicht. Bei Rotation werden die Aufgaben eigenverantwortlich übernommen und bearbeitet. Für diese PE-Maßnahme gibt es einen klaren zeitlichen Rahmen, der Beginn und Ende benennt.

    Zu unterscheiden ist zwischen Stellenrotation und Aufgabenrotation:
    Bei Stellenrotation findet ein Tausch des Arbeitsplatzes mit den zugehörigen Tätigkeiten und Aufgaben auf gleicher Ebene statt. Mitarbeitende erhalten dadurch die Möglichkeit ihre Kompetenzen an einem anderen Arbeitsplatz einzusetzen und damit andere Arbeitzusammenhänge kennenzulernen.

    Bei Aufgabenrotation werden einzelne Aufgaben der jeweiligen Stellen getauscht. Mitarbeitende können damit ihre speziellen Kompetenzen einbringen und Fachwissen erweitern.

    Beispiel
    Pfarrerinnen und Pfarrer wechseln in geordneten Zeiträumen ihre Stelle. Diese Form der Rotation ist in der Landeskirche schon lange Praxis.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

    • Der Zeitrahmen, die Rückkehr und die rechtlichen Voraussetzungen sind vor der Maßnahme zu klären.
  • add Supervision

    Supervision ist eine Form der Beratung. Dabei werden Fragen des beruflichen Alltages in den Mittelpunkt gestellt.

    Definition
    Supervision fördert die Teamfähigkeit und dient der Verbesserung der Zusammenarbeit. In belastenden Berufssituationen kann dadurch Entlastung geschehen. Supervision findet entweder in der Gruppe, im Team oder einzeln statt. Eine ausgebildete Supervisorin bzw. Supervisor leitet die Sitzungen. Alle Beteiligten unterliegen, bezogen auf die Sitzungsinhalte, der Schweigepflicht.

    • Gruppensupervision: Die Teilnehmenden an einer Gruppensupervision können in unterschiedlichen oder gleichartigen Arbeitsfeldern tätig sein. Gruppensupervision ermöglicht den einzelnen Gruppenmitgliedern von den Kenntnissen, den Arbeitsweisen und Problemen der anderen zu lernen.

    • Teamsupervision wird für Mitglieder einer Dienststelle, eines Teams genutzt und dient vor allem der Verbesserung der Kommunikation und Kooperation.

    • Einzelsupervision bezieht sich auf den Arbeits- und Beziehungsprozess zwischen Supervisand und Supervisor. Berücksichtigt werden die Arbeitssituation und die spezifischen Befindlichkeiten der jeweiligen Person.

    Beispiel

    Gruppensupervision:
    Die Gemeindeschwestern und Hauswirtschafterinnen der Diakoniestation nehmen Gruppensupervision in Anspruch, um die Konfliktpunkte bei gemeinsamen Einsätzen zu bearbeiten und so ihr Handeln zu optimieren und aufeinander abzustimmen.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität

    Bitte beachten Sie

  • add Workshops

    Vorhandene Kompetenz wird wertgeschätzt, erweitert und für die Organisation erschlossen.

    Definition
    Durch die Teilnahme von Mitarbeitenden an einem Workshop wird deren vorhandene Kompetenz wertgeschätzt, erweitert und für die Organisation erschlossen. Dabei können Fach- und Methodenkenntnisse sowie Teamfähigkeit von Mitarbeitenden durch diese beteiligungsorientierte Form wachsen. Der gezielte Aufbau und die Vertiefung von Netzwerken werden durch die gemeinsame Arbeit an einer Aufgabe gefördert.

    In einer einmaligen Veranstaltung findet ein durch eine Moderatorin oder einen Moderator begleiteter Prozess zu einem klar formulierten Thema statt. Ein Workshop zeichnet sich durch kreative Arbeitsprozesse, Methodenvielfalt und weitgehende Hierarchiefreiheit aus.

    Beispiel
    Zur Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten des Gemeindezentrums im Rahmen des Projektes "einladende Gemeinde" findet ein Workshop zur Auslastung des Gemeindehauses statt. Die Gruppe setzt sich aus Kirchengemeinderat, Pfarrerin bzw. Pfarrer, Hausmeisterin bzw. Hausmeister und der Kirchenpflegerin bzw. des Kirchenpflegers zusammen. Im PE-Gespräch wurde vereinbart, dass der Jugendreferent diesen Workshop als Co-Moderator mitgestaltet. Er soll seine Kompetenzen im Bereich Methoden erweitern.

    Checkliste Chancengleichheit

    • unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten
    • unterschiedliche Wahrnehmung der Person und der jeweiligen Kompetenzen
    • unterschiedliche Lebensphase
    • unterschiedliche Mobilität